Wer darf eigentlich Haarverlängerungen anbringen?

Januar 12, 2021

Wer darf eigentlich Echthaarhaarverlängerungen anbringen?

Professionelle Haarverlängerungen sind die Werke von echten Experten

Wer sich etwas eingehender mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, bemerkt schnell, dass es die klassischen Extensions schon lange nicht mehr gibt. Vielmehr unterscheiden sich die verschiedenen Möglichkeiten, die Haare einer Kundin länger werden zu lassen, teilweise deutlich voneinander.

Nur ein ausgeprägtes Grundwissen sorgt dafür, dass die Menschen, die sich für Haarverlängerungen interessieren, optimal beraten werden können.

Daher erklärt es sich von selbst, weshalb die Anforderungen mit Hinblick auf die grundsätzliche Erlaubnis, Haarverlängerungen anzubringen, hoch sind. Oder anders: entsprechende Arbeiten dürfen nur von Meisterfriseuren/- innen und Stylisten bzw. Stylistinnen ausgeführt werden. Letztere müssen eine erfolgreich abgeschlossene Prüfung bei der Handwerkskammer vorweisen können.

Weitreichende Kenntnisse – Schulungen helfen weiter, berechtigen aber nicht zum Anbringen von Extensions am Kunden!

Schulungen rund um Haarverlängerungen werden heutzutage zu den unterschiedlichsten Unterthemen angeboten. Egal, ob beispielsweise:

oder weitere Vorgehensweisen: es gibt zahlreiche Workshops mit theoretischen und praktischen Inhalten, mit deren Hilfe entweder komplett neues Wissen aufgebaut oder bestehende Kenntnisse noch tiefgreifender gefestigt werden können.

Gerade dann, wenn Du beispielsweise Deinen Kunden eine neue Methode rund um Extensions anbieten möchtest, lohnt es sich, ein wenig mehr ins Detail zu gehen. Aber auch falls Du Dich bisher eben noch nicht mit Haarverlängerungen und den unterschiedlichen Techniken auseinandergesetzt hast, findest Du mit Sicherheit das passende Schulungsangebot.

Besonders wichtig: ein Mix aus Theorie und Praxis

Wer sich ein besonders umfangreiches Wissen rund um Haarverlängerungen aneignen möchte, sollte unbedingt Wert darauf legen, dass im Rahmen der entsprechenden Schulungen eine Kombination aus theoretischem Wissen und Praxis geboten wird.

Viele Haarverlängerung Schulungen und Workshops erstrecken sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen und schließen mit einem Test ab. Um hier immer auf dem aktuellen Stand zu sein, ist es wichtig, unter anderem auch die verschiedenen Trends rund um Haarstyling und Co. im Auge zu behalten. So hast Du auch die Möglichkeit, nicht nur Infos zu den verschiedenen Techniken zu erlernen, sondern auch zu checken, welche Frisuren mit dem jeweiligen Endergebnis realisierbar sind.

Bei den ausgehändigten Zertifikaten handelt es sich selbstverständlich auch „ganz nebenbei“ um einen ansprechenden „Wandschmuck“ im Salon.

Achtung! Die Teilnahme an einer Schulung berechtigt noch nicht zum Anbringen von Extensions!

Vorweg: selbstverständlich ist es auf der Basis von Workshops und Co. unter anderem möglich, sein eigenes Wissen ein wenig zu vertiefen und sich mit den unterschiedlichen Extensionstechniken vertraut zu machen. Aber: Schulungen und Workshops allein reichen nicht aus, um Haarverlängerungen anzubringen.

Um hier auf der sicheren Seite zu sein, ist es unerlässlich, einen Meisterbrief bzw. einen Abschluss der HWK als „Geprüfte Stylistin/ Geprüfter Stylist für Haarverlängerung und -verdichtung (HwK)“ vorweisen zu können. Ansonsten ist es nicht erlaubt, mit Extensions bzw. Haarverlängerungen sein Geld zu verdienen.

Zudem gilt auch, dass Stylisten und Stylistinnen, die sich dazu entschlossen haben, eine entsprechende Prüfung bei der HwK abzulegen, auch weiterhin keine Haare färben bzw. schneiden dürfen. Diese Arbeiten sind ebenfalls den Meistern und Meisterinnen vorbehalten.

Der Weg über die Handwerkskammer

Solltest Du Dich auf der Suche nach einer Möglichkeit befinden, Deine Kompetenz in Sachen Haarverlängerung auf besondere Weise zum Ausdruck zu bringen, kannst bzw. solltest Du den Weg über die zuständige HWK gehen.

Die Prüfungen, die hier abgenommen werden, dienen dazu, festzustellen, „ob der Prüfling in der Lage ist, über Haarverlängerung und -verdichtung zu beraten, entsprechende Produkte in Länge, Struktur und Farbe auszuwählen, anzubringen, einzuschneiden, farblich anzupassen und zu formen und zu gestalten.“

Nachdem Du die Prüfung erfolgreich absolviert hast, darfst Du Dich „Geprüfte Stylistin/ Geprüfter Stylist für Haarverlängerung und -verdichtung (HwK)“ nennen

Als Grundvoraussetzung für die Prüfung gilt, dass Du eine Gesellenprüfung im Friseurhandwerk bestanden haben musst bzw. Deine einschlägigen Kenntnisse auf andere Weise glaubhaft machen musst.

Die Prüfung selbst umfasst:

  • eine Situationsaufgabe
  • ein Fachgespräch
  • eine schriftliche Facharbeit


und bietet den Prüfern so einen optimalen Überblick darüber, wie tief Deine Kompetenzen in den entsprechenden Bereichen verankert sind.

Aufgrund der tiefgreifenden Kenntnisse, die vermittelt und abgefragt werden, gilt die Prüfung bei der Handwerkskammer aktuell als einzig seriöser Weg, wenn es darum geht, Kunden Haarverlängerungen anzubieten.

Schulungen oder Handwerkskammer – was ist „besser“?

Mit Hinblick auf die Frage, ob es besser ist, zum Nachweis bzw. zum Erwerb von Kompetenzen in Sachen Haarverlängerung eine Schulung zu besuchen oder eine Prüfung bei der HWK abzulegen, gibt es eine klare Antwort.

Wer mit Haarverlängerungen und Extensions sein Geld verdienen möchte, muss unbedingt eine Prüfung bei der Handwerkskammer abschließen

Die Teilnahme an Schulungen kann jedoch im zweiten Schritt dabei helfen, Wissen zu festigen, neue Techniken auszuprobieren und Trends frühzeitig zu erkennen.

Ein Nachweis der Handwerkskammer wird in der Regel hoch angesehen und kann Dir dabei helfen, Dich noch besser aus der Masse der Anbieter für Haarverlängerungen bzw. Extensions hervorzuheben.

Daher ist es sinnvoll, sich in jedem Fall auf das langfristige Ziel „Handwerkskammer Prüfung“ zu fokussieren und sich nebenbei natürlich mit Hinblick auf aktuelle Schulungen und Co. auf dem Laufenden zu halten.

Auch die Kosten sollten in diesem Zusammenhang nicht vernachlässigt werden. Die Preise für Schulungen bei den unterschiedlichen Anbietern variieren hier oft stark. In der Regel kann – gerade mit Hinblick auf ausführliche Schulungen mit theoretischem und praktischem Teil – von mindestens 500 Euro ausgegangen werden. Die Preise für den Abschluss bei der HWK liegen um die 1.500 Euro.

Ansprechpartner ist immer die Handwerkskammer im jeweiligen Bundesland.

Ganz wichtig: immer wieder aktuelle Regelungen prüfen!

Die Vorgaben rund um den Weg zur/ zum „Geprüften Stylistin/ Geprüften Stylisten für Haarverlängerung und -verdichtung (HwK)“ sind klar definiert, jedoch nicht in Stein gemeißelt. Oder anders: im Laufe der Zeit ist es durchaus möglich, dass sich die entsprechenden Vorgaben ändern und neue Regelungen in Kraft treten.

Daher ist es sinnvoll, beispielsweise als Stylist/ -in mit entsprechenden Ambitionen etwaige Entwicklungen im Auge zu behalten. Vielleicht ergibt sich ja auch schon in ein paar Jahren die Möglichkeit, Extensions ohne Meisterbrief anzubringen?!





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